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Was beschäftigt Schafkopfer?
Lob und Kritik am Regelwerk Darf man auch noch nach dem ersten Stich davonlaufen? Wann gibt es endlich einheitliche Turnier-Regeln? Dürfen die Stiche des Gegners am Schluß eingesehen werden? Wie gebe ich mich meinem Partner, beim Rufspiel zu erkennen? Zuviele Laufende verlangt! Doppelt oder einfach Retour? Darf ich auch Davonlaufen, wenn ein anderer die Rufsau sucht? Wieviele Laufende waren es? Wie wird ein “Sie” richtig abgerechnet? Wer kennt Regeln für Offiziers-Schafkopf? Die Antwort auf Geldeinsatz Geldeinsatz - Turniere? Darf bei “Stopp” (vor einer Spritzen) , auch der Mitspieler spritzen? Davonlaufen mit nur noch 3 Karten in der Ruffarbe Renonce (Muss-Spiel) mit der Eichel-Sau Nachmischen oder Abheben? Der Geber war nicht an der Reihe Welche Sau soll ich suchen? Wieviele Ober benötige ich für ein Solo-Tout? Sticht der Zehner die As bei einem Muss-Spiel? Ist eine Spielansage unwiderruflich? Soll der Gegenspieler immer die Ruf-As suchen? Wie lange sollte die Überlegungszeit für einen Stoss sein? Gibt es bei Turnieren einen “Sie”? Ist beim Tout Schneider-Schwarz zu zahlen? Wie lange darf gespritzt werden? Darf man ein Solo in einer Farbe taufen die man nicht hat? Wie wird ein Spiel/Solo richtig angesagt? Solo ohne Trumpffarbe. Geht das? Wann ist man an seine Spielansage nicht mehr gebunden?
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Bernd K. schrieb am 14.1.2008:
Hallo Hr. Merschbacher!
Ich spiele seit etlichen Jahren etwa alle 2 Wochen Schafkopf in einer privaten Runde. Natürlich halten wir uns dabei nicht streng an die Regeln (schließlich sind wir ja befreundet und spielen aus Spaß). Trotzdem oder gerade deswegen gibt es natürlich manchmal Situationen, die zur "Diskussion" führen (es wird dann etwas lauter). Nachdem wir letztlich eine Situation hatten, in der einer der Spieler plötzlich eine Karte zu wenig auf der Hand hatte, wollte ich dann doch einmal diese Frage durch ein offizielles Reglement geklärt haben und bin so auf ihre Seite und die dort dargestellten Regelungen gestoßen.
Hierzu nun meine persönliche Meinung:
1. Ihr Regelwerk ist sehr umfangreich und das ist auch gut so. Es dürften wohl nahezu alle strittigen Fragen damit zu klären sein.
2. Wegen seiner Strenge eignet es sich bei 100%iger Anwendung sicher nicht für eine private (Freundes-) Runde. Dennoch glaube ich, daß es auch unserer Runde nicht schaden könnte, in manchen Fällen etwas strikter vorzugehen. Bei Turnieren bin ich natürlich auf jeden Fall für ein strenges Reglement.
3. Wie ihrer Homepage zu entnehmen, wurde das Regelwerk - vor allem in den Bereichen des Fehlverhaltens - im März 2007 geändert. Ich habe mich beim Studium ihrer Homapage gewundert, daß die in der Rubrik "Fragen" gegebenen Antworten teilweise nicht mit dem aktuellen Regelwerk übereinstimmen (z.B. Frage "Falsch Zugegeben" und Frage "Regel bei Verschmeissen" wurden auf Basis der alten Regeln, die dann dort auch noch zitiert werden, gegeben). Hier sollte man vielleicht diejenigen Antworten, die nicht mehr den aktuellen Regeln entsprechen, abändern oder löschen, um keine Verwirrung zu stiften.
4. Nun kenne ich zwar die alte Fassung der Regeln nicht. Aus den oben angeführten Fragen und Antworten geht aber hervor, daß z.B. Regel 3.4.14 (falsches Bedienen) erheblich zu Lasten des Fehlerverursachers verschärft wurde (er verliert jetzt immer, unabhängig davon, wie die korrekten Stiche zuvor verlaufen sind). Die neue Fassung der Regeln unter Punkt 3.4 ist damit offenbar sehr vereinfacht worden: Jeder der genannten Fehler beendet das Spiel zulasten des den Fehler verursachenden Spielers. Meiner Meinung nach sind diese Regeln zwar einfach zu merken und anzuwenden, für den Gebrauch in einer privaten Runde aber nicht sinnvoll, weil ungerecht. Beispiel: Verwirft sich ein Spieler im 7. Stich, nachdem seine Partei bereits 65 Augen (korrekt erkämpft!) hat, verliert er nach Regel 3.4.14 das Spiel. Hier stehen Fehler und Sanktion m.E. in keiner sinnvollen Beziehung. In einer privaten Runde würde ich diese Regel so nicht anwenden.
Hierzu fällt mir noch folgende Situation ein: Ein (halbehrlicher) Spieler bedient in einem der ersten Stiche nicht korrekt (unabsichtlich!). Er bemerkt dies zwar kurz darauf, spielt aber dennoch weiter, da er hofft, daß die Gegner dies nicht herausfinden (keine Profirunde, bei der jeder Spieler die letzten 120 Stiche noch im Gedächtnis hat). Ein solches Verhalten, das nicht nur in einer Hobby-Runde völlig inakzeptabel ist, wird durch die Neufassung der Regeln aber gefördert, da die Sanktion immer die gleiche ist, egal ob das Fehlverhalten selbst offenbart oder erst nachträglich aufgedeckt wird. Hier gefällt mir Regel 3.2.6 des Bayerischen Schafkopf-Clubs, wie sie bei der Antwort zur Frage "Regel bei Verschmeissen" zitiert wird, sehr gut: "Falsches Bedienen beendet grundsätzlich für die schuldige Partei mit den von ihr bis zum Begehen des Fehlers eingebrachten Stichen und Punkten das Spiel. Wenn falsches Bedienen nachträglich festgestellt wird, hat die schuldige Partei das Spiel Schwarz (siehe Schafkopf-Ordnung 4.1.4.) verloren." Diese Regel fördert im Gegensatz zu Regel 3.4.14 die Ehrlichkeit im Spiel und erfüllt somit eine wichtige soziale Funktion in unserer Gesellschaft.
5. Andererseits frage ich mich, wenn die Regeln schon so streng sind und der Fehlerverursacher hart abgewatscht wird, warum dann nicht gleich richtig durchgegriffen wird. Beispiel: In der oben genannten Situation muß der Fehlerproduzent beide Gegenspieler wie Sieger behandeln. Sein eigener Mitspieler bekommt aber nichts, d.h. ihm entgeht der nach dem 6. Stich sichere Gewinn (den er sich ja auch durch Glück und/oder Geschick erarbeitet hat) (Regel 3.4.17). Er wird dadurch gegenüber den "Siegern" doppelt benachteiligt. Auch daß Laufende nicht bezahlt werden, ist für mich eine rein willkürliche Festlegung. Sicherlich sind Laufende immer reine Glückssache und resultieren nicht aus spielerischem Können. Aber das interessiert bei normalem Spielverlauf ja auch nicht.
6. Der Sinn von Regel 2.6.4 leuchtet mir nicht ganz ein. Die Wahl der Trumpffarbe im Solo gehört zur m.E. Spieltaktik und nicht in ein Regelwerk (ich weiß natürlich schon, daß man ein Spiel in der Regel umso leichter gewinnt, je mehr Trümpfe man hat).
Bitte fassen Sie diese Punkte als konstruktiv gemeinte Kritik auf. Wie bereits erwähnt, finde ich ihre Regelungen in vielen Bereichen auch für die Hobby-Runde sehr hilfreich und bin ihnen dafür sehr dankbar.
Speziell die Regeln, die nicht so "strafbewehrt" sind wie diejenigen über das Fehlverhalten, können auch in einer Schafkopfrunde mit befreundeten Spielern eins-zu-eins umgesetzt werden. Aber das Schafkopfspiel hat sich ja immer schon auch dadurch ausgezeichnet, daß buchstäblich in jeder Runde ein anderer Schafkopf gespielt wird (anderer Tarif und individuell angepaßte Regeln).
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiterhin viel Spaß beim Schafkopfen und ein gutes Blatt
Bernd K.
Die Schafkopfschule antwortete:
Hallo Herr K.,
vielen Dank für Ihre intensive Beschäftigung mit unserem Regelwerk. Das mit den Antworten auf gestellte Fragen, die nicht mehr der aktuellen Fassung des Regelwerks entsprechen, werden wir umgehend abändern.
Grundsätzlich sind wir der Auffassung dass klare Regeln keineswegs einer freundschaftlichen Schafkopfrunde im Wege stehen. Im Gegenteil: Je eindeutiger die Regeln sind, desto weniger Spielraum sollte übrig bleiben für kleinere Streitereien, bei denen es "auch mal etwas lauter wird", wie Sie sagen.
Natürlich steht einer klaren Regelung möglichst aller Situationen nie im Wege sich entsprechend sportlich fair und kulant zu zeigen wenn ein Fehler passiert und das Ganze einvernehmlich zu klären, ohne Sanktionen aus dem Regelwerk zu bemühen. Das Regelwerk soll genau dann eingreifen, wenn eben mal keine Lösung gefunden werden kann "unterhalb" der Regeln. Für diesen Fall sehen wir es als unerlässlich an, jede Situation zu erfassen und zu reglementieren.
Unsere Regeln beziehen sich ausdrücklich auf den sog. "Reinen Schafkopf". Natürlich gibt es darüber hinaus zahlreiche Varianten und individuell verabredete Spielarten, Schieberrunden usw. Auch der Tarif ist natürlich reine Vereinbarungssache zwischen den Mitspielern. Unser Ziel ist es keineswegs, diese grossteils regionalen Unterschiede zu uniformieren. Man sollte aber ausdrücklich darauf achten, dass trotz unterschiedlicher Varianten nach denselben REGELN gespielt wird. Teilweise gibt es z.B. immer wieder Fragen zum Thema "davonlaufen". Hierbei handelt es sich keineswegs um etwas, das unterschiedlich vereinbar ist, sondern dazu gibt es eine eindeutige Regel, nach der sich jeder Schafkopfer richten muss. Ansonsten spricht das eher für Regelunkenntnis, als für Individualität.
Zu den Regelungen des Fehlverhaltens haben wir uns sehr viel Gedanken gemacht. Grundsätzlich kann man sagen, dass es keine hundertprozentig "gerechte" Regelung gibt, die in jeder Situation so ausfällt, dass alle zufrieden sind und keiner benachteiligt wird.
Wir sind der Meinung, dass sich dies aber ausgleicht, schliesslich gelten die Regeln ja für jeden gleich und so sollte jeder einmal von einer Situation profitieren, die ihm vielleicht kurz davor zum Nachteil geriet.
Unser Leitgedanke bei der Festlegung diverser Regeln zum Fehlverhalten war eine Verringerung der Komplexität. Je einfacher und eindeutiger eine Regel ist, desto leichter und zweifelsfreier lässt sie sich auch im Fall des Falles anwenden. Das ist uns wichtiger, als auch die letzte Eventualität zu erfassen und dabei zu riskieren dass es jedesmal zu endlosen Diskussionen kommt.
Viele Grüße, Stefan
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Snaky schrieb am 15.8.2007:
Hallo, zuerst möchte ich ihnen zu ihrem gelungenen "Schafkopfkompendium", welches ihre Website darstellt, gratulieren. Allerdings tritt gelegentlich in unseren Schafkopfrunden eine Frage auf, die sich nicht eindeutig mit Hilfe ihres und anderer Regelwerke lösen lässt, obwohl das wohl nur an einem Missverständnis der Formulierung liegt. Die Frage die bei uns manchmal auftaucht ist, ob es dem gerufenen Spieler immer im Spiel erlaubt ist davon zu laufen, sofern er (selbstverständlich) selbst an der Reihe ist, oder ob ihm dies nur in der ersten Runde im Spiel möglich ist. Ist mit dem Wort "ausspielen" in ihrer Anleitung, das Anspielen der Karte gemeint, während noch jeder Mitspieler alle acht Karten in der Hand hält, oder das Anspielen generell im Spielverlauf, wenn man an der Reihe ist?
Falls es jederzeit im Spielverlauf möglich sein sollte birgt auch folgende Spielsituation Fragen: Angenommen der gerufene Spieler hat im bisherigen Spielverlauf bereits drei Trümpfe zugeben müssen und sein Restblatt besteht aus der gerufenen Sau, drei entsprechendfarbigen Karten und einer andersfarbigen Sau. Nun ergibt sich ein Stich, den sein Mitspieler bereits zwar "verhaftet" hat, bei dem aber der Gerufene noch eine Karte zugeben muss. Um nicht zu riskieren, dass später die Nichtspielerpartei einen Stich mit dem Zehner der andersfarbigen Sau macht, schmiert er diese nicht, sondern er spielt eine niedere Karte der Farbe der gerufenen Sau. Im nächsten Stich kommt es dazu, dass der Gerufene, dank dieser Taktik, mit der andersfarbigen Sau einen Stich macht und nun mit einem Restblatt von der gerufenen Sau und zwei anderen gleichfarbigen Karten anspielen muss. Darf er in diesem Fall noch davonlaufen? Anders gefragt: Falls ein gerufener Spieler jederzeit im Spielverlauf davonlaufen darf, darf er dies auch tun, falls er zuvor schon eine Karte der Farbe der gerufenen Sau zugegeben hat und somit nur noch insgesamt 3 statt 4 Karten der gerufenen Farbe auf der Hand hat?
Die Frage hat bisher niemand bei einer unserer Schafkopfrunden, sofern sie überhaupt aufgetaucht ist, eindeutig und mit Sicherheit beantworten können. Also hat man sich bisher einfach kurzerhand auf eine der beiden Varianten geeinigt, aber das Verlangen nach Klarheit bleibt bestehen.
In der Hoffnung sie können Licht in unser Dunkel bringen, Dank im voraus und freundliche Grüße snaky
Die Schafkopfschule antwortete:
Servus Snaky, Deine Frage ist in unserem Regelwerk eigentlich ausführlich und unmissverständlich geregelt. Dort steht:
2.5.4. Wenn der Mitspieler mindestens vier Karten mit der Ruf-Sau in der Ruf-Farbe besitzt, kann er davonlaufen (unter der Ruf-Sau ausspielen), solange die Farbe noch nicht gespielt war und er noch alle vier Farbkarten in der Hand hält.
2.5.5. Nachdem die Ruf-Farbe bereits einmal gespielt war (und durch Davonlaufen nicht zugegeben wurde), kann die Ruf-Sau gespielt oder geschmiert werden. Wurde die Ruf-Sau nicht gesucht, so darf sie erst im letzten, dem 8. Stich, zugegeben werden. Der Mitspieler, der die Ruf-Sau hat, kann diese zu jedem Zeitpunkt anspielen, sofern er an der Reihe ist.
Viele Grüße Adam Merschbacher
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Wasti schrieb am 26.3.2007:
Sehr geehrte Damen und Herren,
Mein Name ist Sebastian Resch bin 26 Jahre alt und komme aus dem Berchtesgadener Land. Schon in jungen Jahren (mit 10J) haben ich und meine drei Brüder das Schafkopfen von meinem Vater und seinen Kameraden erlernt, und dies auch regelmäßig 1-2 mal pro Woche vertieft (gscheider ois Fernseher und Computer). Seit geraumer Zeit wohne ich nun in Riedering im Rosenheimer Raum. Da ich bereits in meiner Heimat bei vielen Schafkopfturieren teilgenommen habe, war ich mitlerweile mehrmals schon bei Turnieren in der Umgebung von Rosenheim. Mit Anfangs großer Überraschung und später nur noch Erschütterung, lernte ich die hisigen Turniergepflogenheiten kennen, die da wären:
- Gegeben werden 2 mal 4 Karten (geht ja noch...) - Geschrieben werden nur Pluspunkte (öffnet Betrügereien Tür und Tor) - Gespielt werden 2 mal 30 Spiele wobei nach 30 Spielen kein Durchwechseln der Spieler stattfindet (öffnet Tür und Tor noch länger) - Farbwenz wird zugelassen (eröffnet einen Soloreigen der es noch leichter macht Punkte von bekannten Mitspielern in die Höhe zu treiben. 30-40 Solos in 60 Spielen sind keine Seltenheit !!!)
Leider bin ich der Einzige in dieser Region, der darin ein Problem sieht. Auf den Versuch hin so manchen Mitspieler, als auch Turnierleiter, auf die traditionellen Turnierschafkopfregeln und deren Sinn aufmerksam zu machen, begegnete man mir mit Gelächter. Als ich dann aus meiner Tasche die von ihrer Homepage ausgedruckten Turnierregeln zückte, wurde mir unmissverständlich klar gemacht, dass diese Art Schafkopf zu spielen nur noch in den hintersten Wäldern unseres schönen Landes zu finden sei. (also Berchtesgaden, Algäu, Niederbayern und München oder ?). Meiner Meinung nach kann ja jeder Schafkopfen wie er will. Es sollte jedoch in Turnieren, die ja öffentliche Veranstaltungen sind möglichst einheitliche Regeln geben, die vor allen Dingen Betrügereien eingrenzen. Ich wende mich in dieser Angelegenheit an sie, weil ich hoffe das ihr Verein mehr Einfluss auf die hiesige Schafkopfmentalität ausüben könnte als ich das kann. Und weil i endlich amoi wieder a gscheit´s Schofkopfrennat´s spuin mecht ohne 100 Kilometer zum fahrn.
An recht an schena Gruaß wünschen Da Wasti und seine drei Briada
Die Schafkopfschule antwortete:
Servus Wasti, Dein Brief spricht uns aus der Seele. Der Regelausschuß der Schafkopfschule trifft sich übrigens am Donnerstag (29.3.2007) zum Beschluß des überarbeiteten Regelwerks, wobei es in erster Linie um Sanktionen in Bezug auf Fehlverhalten geht. Wir werden unser überarbeitetes Regelwerk einigen großen Turnierveranstaltern ans Herz legen, können jedoch keine Gewähr dafür übernehmen, dass sich diese danach richten. Andererseits sind sie dann selbst schuld, wenn Panscher, Betrüger und Schummler künftig anständige Spieler vertreiben.
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Wolfgang schrieb am 28.11.2006:
wir sind eine Schafkopfrunde, die sich bereits seit relativ langer Zeit regelmässig zum Schafkopfen trifft. Selbstverständlich treten auch immer wieder Unstimmigkeiten bzgl. einzelner Regeln auf. Da ich in den Regeln keine genauen Auskünfte finden konnte, hoffe ich, dass ihr mir weiterhelfen könnt!
1) Dürfen nach Beendigung des Spiels die Stiche eingesehen werden, um die Anzahl der Laufenden zu zählen bzw. zu überprüfen? (Keine? Nur die Eigenen? Alle?)
2) Die evt. zuviel verlangten Laufenden können bis zum Abheben doppelt zurück verlangt werden! Wenn die Stiche eingesehen werden dürfen, wie kann überprüft werden, wer Recht hat wenn bereits gemischt wurde?
Die Schafkopfschule antwortete:
Servus Wolfgang, Deine Fragen lassen sich nach den Schafkopfregeln wie folgt beantworten: 1. Im Regelwerk steht dazu: 4.1.1. Am Ende eines Spiels werden die Stiche der Parteien jeweils ausgezählt. Jede Partei zählt ihre eigenen Karten (Augen). 2. Was die Laufenden anbetrifft, so gilt: 4.2.3. Laufende müssen nur bezahlt werden, wenn sie vor dem Abheben verlangt werden. Werden zu viele Laufende verlangt, so können diese doppelt zurück verlangt werden. Allerdings auch nur solange nicht abgehoben wurde.
Bei Turnieren wird die Frage wer nun Recht hat, durch die Turnierleitung entschieden. Bei Privatspielen ist es relativ einfach, da eine Partei Laufende verlangt und die andere Partei den Gegenbeweis antritt indem sie ihre gestochen Karten vorlegt. Da jeder seine Behauptung nur durch eine Offenlegung beweisen kann, dürfte sich die Frage so erledigen. Übrigens, es genügt wenn man ein sinngemäßes "Halt" verkündet, ehe gemischt wird. Wird trotzdem gemischt, kann die Gegenseite keinen Beweis mehr erbringen und hat demzufolge verloren.
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Heiko schrieb am 10.2006:
Liebe Adam Merschbacher, ich habe gerade Schafkopf gelernt, oder bin noch dabei es zu lernen (mit Hilfe eines Computer-Programms, weil ich, als Nordlicht hier bei Hamburg niemanden kenne, der Schafkopf spielt), und ich hätte da ein paar Fragen den Beginn des Ausspielens betreffend, also wenn es darum geht, daß sich die Partner finden. Darf ich meine, höchstwahrscheinlich reichlich dummen, Fragen einmal direkt in das Regelwerk einfügen, dort, wo ich es nicht verstehe? Also:
Variante 1: Der Partner ist 1. Ausspieler und besitzt u.a. Eichel-Ober und Herz-Sau. In diesem Fall sollte er den Eichel-Ober ausspielen und beim 2. Ausspiel die Herz-Sau. Bei Variante 1 zeigt sich der Partner, indem er Trumpf spielt. ((Wieso soll der Partner als erster Ausspieler gleich den höchsten Trumpf ausspielen? Hat er NUR Eichel-Ober und Herz-Sau als Trümpfe (es steht dort aber "u.a.")? Und warum zeigt das Trumpf-Ausspielen automatisch an, daß er der Gerufene ist? Würde das die Gegenpartei nie tun, weil sie immer sofort die Ruf-Sau sucht?))
Variante 2: Der Partner besitzt keinen Trumpf und nur die Ruf-Sau in der Ruf-Farbe. ((Das ist etwas irritierend für mich blutigen Anfänger: Die Ruf-Sau ist automatisch in der Ruf-Farbe, oder?)) Dann sollte die Ruf-Sau angespielt werden, damit der Spieler sich auskennt. Besitzt der Partner 4 Karten (mit Ruf-Sau) in der Ruffarbe, so sollte er davonlaufen und eine kleine (z.B. Siebener) Ruffarbe anspielen. Bei Variante 2 zeigt sich der Partner, durch Anspielen der Ruf-Sau oder Davonlaufen. ((Wie soll derjenige, der spielt, sehen, wer von den dreien der Davonlaufende ist? Er sieht doch nur drei Karten in der Ruf-Farbe?))
Variante 3: Der Spieler spielt Grün-Ober aus. Der Partner sitzt dahinter und hat den Eichel- Ober und die Herz-Sau. In diesem Fall schmiert der Partner die Herz-Sau. Dadurch, dass der Grün-Ober vom Eichel-Ober nicht gestochen wird, obwohl die Herz-Sau geschmiert wurde, erkennt der Spieler, wer sein Partner ist und dass dieser wahrscheinlich den Eichel-Ober hat.
Variante 4: Der Partner ist Ausspieler und hat u.a. ein kleines Herz und den Schellen-Ober. Dann sollte er nicht den Schellen-Ober, sondern ein kleines Herz anspielen. Dies führt dazu, daß der Spieler das kleine Herz mit seinem höchsten Ober festhält (sofern er es kann) und anschließend einen kleinen Trumpf nachbringt, damit der Schellen-Ober zum Stich kommt. ((Woher weiß der Spieler, dass derjenige, der ein kleines Trumpf ausspielt, sein Partner ist? Und wiese geht er davon aus, daß der Partner einen Ober hat?))
Variante 5: Der Partner hat nur den Eichel-Ober und ein kleines Herz (als Trumpf), ist aber eine Farbe frei. Dann spielt der Partner als erstes den Eichel-Ober, damit die Verhältnisse klar sind. ((Das ist dasselbe Problem wie oben: Warum den höchsten Trumpft nicht für eine "bessere" Gelegenheit aufsparen, wenn man viele Punkte machen kann?)) Als nächstes spielt er aber nicht sein kleines Herz nach, sondern die Farbe (nicht die Ruf- Farbe) die er besitzt. Meist ist der Spieler auch eine Farbe frei und sticht die angespielte Farbe. Anschließend spielt der Spieler die Farbe nach, die der Partner frei ist, damit er die Farbe mit seinem kleinen Trumpf stechen kann. Bei dieser Variante zeigt der Partner dem Spieler durch sein Ausspielen, dass er zu ihm gehört und zum anderen, dass er eine Farbe frei ist.
Ich würde mich freuen, von Dir zu hören, und grüße freundlich
Heiko
Die Schafkopfschule antwortete:
Servus Heiko, Deine Fragen in Kurzform beantwortet: Zwischen Spieler und seinem Partner gibt es drei Grundregeln. Diese sind: 1. Der Spieler dirigiert das Spiel und ist (gegenüber seinem Partner) der Spielmacher. 2. Der Partner unterstützt den Spieler und zeigt ihm lediglich, wie er ihn unterstützen kann. 3. Die Gegner müssen Trumpfarm gespielt werden, da die Spielerpartei in der Regel mehr Trümpfe hat. Zu den Varianten: 1. Wird durch die obigen Grundregeln beantwortet. Der Partner hat sich keine Trümpfe aufzuheben, da er vorrangig dem Spieler zeigen muß, wie er mit Trümpfen bestückt ist. Natürlich kann auch die Gegenseite den Spieler reinlegen und Trumpf anspielen. Dagegen spricht, dass der Gegenspieler nicht nur seinen Partner verwirrt, sondern sich auch noch selbst Trumpfarm macht. 2. Ruf-Sau ist die Sau in der Ruf-Farbe. Beim Davonlaufen kennt sich der Spieler erst nach dem Stich aus. Das macht aber nichts, da er die Ruffarbe ohnehin zugeben muß. Hintergrund ist, dass derjenge, der davonläuft, die Ruf-Sau zum Schmieren nutzen kann und diese nicht zwangsläufig gestochen wird. 3. Ist Klar, oder? 4. Die Schafkopf-Weisheit dazu lautet: "Einmal groß und einmal klein, oder umgekehrt, so soll es sein!" Richtet sich der Spieler danach, so wird er den kleinen Trumpf mit einem großen Trumpf stechen und einen kleinen Trumpf nachspielen. Ist der Schellen-Ober dann nicht der höchste, so macht das auch nichts. Der Spieler muß sich auskennen. 5. Der Spieler soll in dieser Variante nur die Information erhalten, dass sein Partner eine Frabe frei ist. Was er damit macht, bleibt ihm als Spielgestalter überlassen. Ich hoffe, dass ich Deine Unklarheiten damit aus der Welt geräumt habe. Viele Grüße aus München Adam
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Lorenz schrieb am 31.8.2006:
Hallo, Ich hätte da eine Frage: Letztens gewann ich mit meinem Partner ein Rufspiel und wir verlangten 7 Laufende, da erwiderte einer meiner Kontrahenten er habe den Gras Unter gehabt, was wir bei Überprüfung herausfanden auch stimmte. Er verlangte die 7 Laufenden "doppelt retour", obwohl sie uns die 7 Laufenden noch gar nicht zuvor ausbezahlt hatten. Stimmt es nicht, dass man Laufende erst dann "doppelt retour" verlangen darf, wenn man sie bereits ausbezahlt hat und noch nicht abgehoben wurde?
Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen!
Die Schafkopfschule antwortete:
Servus Lorenz, Deine Frage lässt sich ganz klar beantworten. Nach unserer Regel gilt: 4.2.3. Laufende müssen nur bezahlt werden, wenn sie vor dem Abheben verlangt werden. Werden zu viele Laufende verlangt, so können diese doppelt zurück verlangt werden. Allerdings auch nur solange nicht abgehoben wurde. Natürlich müssen die Laufenden bezahlt worden sein (damit sie zurück verlangt werden können). Ansonsten natürlich nur einfach.
Viele Grüße Adam
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Hans schrieb am 21.8.2006:
Hallo, Ich hätte eine Frage zur Regel des Davonlaufens. Die Regel besagt ja, daß derjenige der am ausspielen ist, eine Farbkarte unter der Ruf-As ausspielen kann, sofern er die Ruf-As mindestens dreimal besetzt hat, also noch mindestens 3 weitere Karten in der Ruf-As Farbe im Blatt hat. Wie verhält es sich nun, wenn ich als Mitspieler die Ruf-As zwar dreimal besetzt habe, aber selbst nicht am ausspielen bin und die Ruf-As von der Gegenpartei gesucht wird. Darf ich in diesem Fall ebenfalls "davonlaufen", d.h. eine niedrigere Karte in der Ruf-As Farbe abwerfen oder muß ich die Ruf-As zugeben? Danke und Gruß Hans
Die Schafkopfschule antwortete:
Servus Hans, Zu Deiner Frage, Du darfst nur davonlaufen, wenn Du selbst ausspielst. Ansonsten mußt Du zugeben. Viele Grüße Adam
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Dominik schrieb am 6.4.2006:
Servus, ich spiele schon seit ca. 10 Jahren Schafkopfen, habe auch an mehreren Turnieren teilgenommen und bin mit den Regeln mittlerweile ganz gut vertraut.
Allerdings hatten wir in unserer Stammtischrunde letztens einen kleinen Streitfall, was das Zählen der Laufenden angeht.
Ist es zulässig die eigenen Stiche nach dem Spiel dahingehend zu untersuchen, wie viele Laufende man hat(te), wenn man sich nicht mehr 100 % sicher ist?
Einerseits würde ich sagen, sollte man wissen wie viele man hatte, andererseits darf man sich die Karten ja auch zum Zählen ansehen.
Danke für eine Antwort. Mit freundlichen Grüßen Dominik Grusemann
Adam antwortete:
Servus Dominik, das Regelwerk sagt hier eindeutig, dass jeder Spieler seine eigenen Stiche zählt: http://www.schafkopfschule.de/html/schafkopf-ordnung.HTM#4.1 Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man solange und sooft zählen kann, wie man will. Es bleibt auch völlig offen, ob man nur die Anzahl der Stiche, die Augen oder die Anzahl der Trümpfe zählt. Viele Grüße Adam
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Sebastian schrieb am 10. Februar 2006:
Guten Tag, ich hätte da mal eine Frage, die meinen Schafkopffreundeskreis schon länger beschäftigt. Was kostet eigentlich ein "Sie" bzw. wie wird es richtig kassiert? Werden da Schneider, Schwarz und Laufende mitgerechnet? Oder gibt es einen Pauschalpreis, den man vorher vereinbart n? Doppelt es 4 x auf? Bei uns im Schafkopffreundeskreis gibt es dazu die wildesten Theorien. Ich wollte daher mal von Ihnen erfahren, wie das "Sie" richtig kassiert wird nach den offiziellen Schafkopfregeln.
Adam schrieb am 10.2.2006:
Servus Sebastian, also der "Sie" bringt in einem Punkteturnier bei dem der Tout 18 Punkte zählt, 24 Punkte. In Geld heißt das: 8 Laufende! Schneider und Scheider-Schwarz werden nicht gerechnet. Das alles mal zwei. Zum Beispiel bei einem Tarif von 10 Cent/50 Cent. Solo: 50 Cent 8 Laufende: 80 Cent 130 Cent x 2 = 260 Cent bzw. 2 Euro 60 Cent pro Gegenspieler. Das Entscheidende ist jedoch, dass man die Karten nie mehr verwendet, einrahmt und die Mitspieler darauf benennt.
Viele Grüße aus München-Feldmoching Adam
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Ralph schrieb am 22.12.2005:
Hallo! Wie spielt man Offiziersschafkopf? Kennt ihr einen Link oder könnt ihr die Regeln posten? Man spielt es zu zweit und vier Karten liegen immer offen, so das sie der Gegner auch sehen kann, mehr weiß ich dazu nicht. Vielleicht gibt es für diese Spielart auch andere Bezeichnungen
Liebe Grüße ralph wagner nuernberg
Adam schrieb am 20.1.2006:
Servus Ralph, ich bin fündig geworden und habe folgende Regel in unsere Rubrik “unreiner Schafkopf” aufgenommen:
Offiziers-Schafkopf Wird zu zweit (auch Bauern- oder Räuber-Schafkopf genannt) gespielt. Der Geber legt dabei je 4 Karten verdeckt auf den Tisch. Anschließend werden weitere 4 Karten offen auf die verdeckten Karten gelegt. Nun muß der dem Geber gegenübersitzende ein Spiel ansagen, wobei er nur 4 Karten kennt. Als nächstes erhält der Geber 4 offene Karten, die ebenfalls auf die verdeckten Karten gelegt werden und kann nun Spritz`n. Für das weitere Vorgehen gibt es 2 Varianten. Die einen geben die restlichen 16 Karten so aus, wie die ersten (also jeweils 4 verdeckt und 4 offen). Die anderen nehmen jeweils 8 Karten in die Hand. Wird eine offenliegende Karte zugeben, so wird die verdeckt darunterliegende aufgedeckt. Ansonsten gelten die allgemeinen Schafkopf-Regeln.
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Die Antwort auf Geldeinsatz - Turniere
Die Antwort des Kreisverwaltungsreferates München auf meine Frage, ob es erlaubt ist bei einem Startgeld von 20 Euro (bei Turnieren) einen Geldpreis in Höhe von 500 Euro auszuspielen, erhielten wir am 12.4.2005 durch Herrn Wiedmann:
Sehr geehrter Herr Merschbacher, wir nehmen Bezug auf Ihr Schreiben vom März 2005 und das hierzu ergänzend geführte Gespräch vom 29.3.2005. Nach Ihrer Anmeldung soll eine Start- oder Teilnahmegebühr von 20 Euro erhoben werden und die besten Spieler erhalten Preisgelder, wovon der erste Preis mit 500 Euro datiert werden soll. Generell ist zur Durchführung von Schafkopfturnieren festzustellen, dass das Schafkopfkartenspiel nachdem alle Karten im Spiel sind, kein Glücksspiel nach § 284 StGB darstellt. Schafkopf ist demnach ein Geschicklichkeitsspiel, das grundsätzlich strafrechtlich unproblematisch ist. Sofern Gewerbetreibende ein Schafkopfturnier durchführen oder es in der Absicht veranstaltet wird, daraus einen Gewinn zu erzielen, sind die Vorschriften des Gewerberechts, hier § 33 d Erlaubnispflicht und § 5a der Spielverordnung zu beachten. Sofern ein Schafkopfturnier gemäß der Anlage zu § 5a SpielV durchgeführt wird (Teilnahmegebühr 15 €, Gewinn in Waren) ist eine Erlaubnis nach § 33 d GewO bzw. Unbedenklichkeitsbestimmung des Bundeskriminalamtes nach dieser Vorschrift nicht erforderlich. Beim zuletzt geführten Telefongespräch haben Sie versichert, dass aus dem Turnier kein Gewinn erzielt werden soll und lediglich die entstandenen Unkosten damit abgedeckt werden. Wir gehen deshalb davon aus, dass die Veranstaltung am ..... also nicht gewerbsmäßig und erlaubnispflichtig nach § 33 d GewO ist, obwohl hier abweichend der Anlage zu § 5a SpielV die Veranstaltung durchgeführt wird. Hierzu ist allerdings einschränkend festzustellen, dass in den Fällen, wo Vereine mehrmals Schafkopfturniere in der Absicht durchführen, einen Gewinn für ihr Vereinsvermögen zu erzielen, eine gewerbliche Tätigkeit vorliegt, unabhängig davon, ob der Zweck des Vereins selbst ein Idealzweck ist bzw. der Verein als gemeinnützig anerkannt wird. Sofern die Schafkopfschule e.V. weitere Turniere in dieser Form plant, müsste nach herrschender Rechtsauffassung u.U. von einer Gewerbsmäßigkeit und Erlaubnispflicht nach § 33 d Gewerbeordnung ausgegangen werden. Die erforderliche Unbedenklichkeitsbescheinigung müsste dann beim Bundeskriminalamt beantragt werden. Nachdem es sich hier aber um eine grundsätzliche Problematik, auch mit anderen Schafkopfspielveranstaltern handelt, wird das Kreisverwaltungsreferat an das Bundeskriminalamt herantreten und abklären, ob und unter welchen Voraussetzungen von dort Unbedenklichkeitsbescheinigungen für Schafkopfturniere erteilt werden. Wir werden Ihnen vom Ergebnis unserer Nachfrage in Kürze berichten. Da das Schafkopfturnier grundsätzlich eine Vergnügungsveranstaltung darstellt, ist auch das Bayerische Landesstraf- und Verordnungsgesetz, das eine Anzeigepflicht für derartige Aktivitäten beinhaltet, zu beachten. Die erforderliche Anzeige sehen wir durch Ihr obengenanntes Schreiben als erfüllt. Weitergehende Maßnahmen sind diesbezüglich somit nicht mehr veranlasst.
Mit freundlichen Grüßen Im Auftrag Wiedmann
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Geldeinsatz – Turniere?
Was ist erlaubt und was verboten? Grundsätzlich ist als erstes einmal die Frage zu beantworten, ob Schafkopfen ein Glücksspiel oder ein Geschicklichkeitsspiel ist.
Aus verschiedenen Urteilen des BGH und verschiedener Landgerichte lässt sich der Kernsatz bilden: „Wenn der Geschicklichkeitsanteil weniger als 50% beträgt“ handelt es sich jeweils um ein Glücksspiel. Schafkopfen, Skat und Doppelkopf sind damit zwar einerseits Glücksspiele, gehören jedoch im Sinne der Spielverordnung zu den „anderen Spielen“.
Somit geht es nicht um § 284 StGB „Wer ohne behördliche Erlaubnis öffentlich ein Glücksspiel veranstaltet . . .“, sondern um § 33 d,e GewO. Und da explizit um die Spielverordnung § 5a „erlaubnisfreie Spiele“.
Damit ist auch das Spielen um Geld, also der Spieleinsatz in Gaststätten erlaubt! Anders verhält es sich bei Schafkopf-Turnieren
§ 5a SpielV sagt: „Für die Veranstaltung eines anderen Spieles ist die Erlaubnis nach § 33d Abs. 1 Satz 1 oder § 60a Abs. 2 Satz 2 der Gewerbeordnung nicht erforderlich, wenn das Spiel die Anforderungen der Anlage erfüllt und der Gewinn in Waren besteht. In Zweifelsfällen stellt das Bundeskriminalamt oder das zuständige Landeskriminalamt fest, ob diese Voraussetzungen vorliegen.“
In der Anlage zu § 5a steht, dass
1.Begünstigt nach § 5a sind
a) Preisspiele und Gewinnspiele, die in Schank- oder Speisewirtschaften, Beherbergungsbetrieben, auf Volksfesten, Schützenfesten oder ähnlichen Veranstaltungen, Jahrmärkten oder Spezialmärkten,
b) Ausspielungen, die auf Volksfesten, Schützenfesten oder ähnlichen Veranstaltungen, Jahrmärkten oder Spezialmärkten veranstaltet werden und
c) Jahrmarktspielgeräte für Spiele, die auf Volksfesten, Schützenfesten oder ähnlichen Veranstaltungen, Jahrmärkten oder Spezialmärkten.
2. Preisspiele sind unter Beteiligung von mehreren Spielern turniermäßig betriebene Geschicklichkeitsspiele, bei denen das Entgelt für die Teilnahme höchstens 15 Euro beträgt.
3. Gewinnspiele sind unter Beteiligung von einem oder mehreren Spielern betriebene, auf kurze Zeit angelegte Geschicklichkeitsspiele, bei denen die Gestehungskosten eines Gewinnes höchstens 60 Euro betragen.
4. Ausspielungen sind auf den in Nummer 1 Buchstabe b genannten Veranstaltungen übliche Glücksspiele, bei denen die Gestehungskosten eines Gewinnes höchstens 60 Euro betragen. Mindestens 50 vom Hundert der Gesamteinsätze müssen als Gewinn an die Spieler zurückfließen, mindestens 20 vom Hundert der Gewinnentscheide müssen zu Gewinnen führen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Startgebühr bis 15 Euro keiner Erlaubnis bedarf und die Ausschüttung von Waren erlaubt ist. Immer vorausgesetzt, dass sich das Turnier in einem Veranstaltungsrahmen nach § 1 a bis d bewegt. Ein Preisgeld ist nicht gestattet.
Damit können sich jedoch Turnierveranstalter nicht zufrieden geben. Aus diesem Grunde habe ich heute einen Antrag auf Ausstellung einer Unbedenklichkeitsbescheinigung beim BKA, über das Kreisverwaltungsamt in München eingereicht, mit folgendem Inhalt: „Die Schafkopfschule beabsichtigt ein Schafkopfturnier zu veranstalten, bei dem die Schafkopfregeln der Schafkopfschule zugrunde gelegt werden. Der Einsatz wird 20 Euro betragen und es sollen die Einsätze als Geldgewinne ausgeschüttet werden. Dabei soll der Hauptgewinn 500 Euro betragen.“ Auf das Ergebnis darf man gespannt sein.
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Jürgen schrieb am 9.4.2005:
Hallo Adam, wenn ein Gegenspieler vor dem Legen der zweiten Karte im ersten Stich eines Spiels „Stopp“ sagt, da er überlegen möchten einen Stoss zu geben, und anschließend doch keinen Stoss gibt, hat er den anderen Spielern deutlich Information gegeben, dass er zwar ein gutes Gegenblatt hat, es aber zum Stoss doch nicht ganz reicht. Daraus ergeben sich für mich mehrere Fragen: Ist dieses „Stopp“ überhaupt erlaubt, oder muss man halt schnell genug mit seinem Stoss sein? In Deinen Regeln habe ich dazu nichts gefunden (überlesen?), aber es gibt einen Beitrag dazu bei den Fragen auf Deiner Homepage.
- Gibt es eine Regel, die das weitere Verhalten der anderen Spieler nach einem solchen „Stopp – DochKeinStoss“ regelt? Z.B. „Wenn ein Gegenspieler „Stopp“ gesagt hat, ist es anderen Gegenspieler in der Folge untersagt, ihrerseits zu schießen.“
- Falls es eine keine solche Regel geben sollte, gibt es denn eine belastbare Regel bezüglich der Ethik des Schafkopfens, die auf einen zweiten Gegenspieler sanktionierend angewendet werden könnte, falls dieser die erhaltene Information des ersten Spielers bezüglich dessen guten Blatts mit seinem ebenfalls guten aber zum Stoss ebenfalls nicht ausreichenden Blatt verbindet und nun seinerseits einen Stoss gibt? (Was für ein gestelzter Satz! Entschuldigung)
- Herzlichen Dank für eine Antwort
Jürgen
Antwort:
Servus Jürgen, Du hast Recht! Natürlich ist der Einwand "Stopp" eine Information für den Mitspieler. Aber das macht nichts.
Die Begründung: Gestossen kann solange werden, solange nur eine Karte herausgelegt wurde. Wer den Stoss letztendlich abgibt, ist völlig egal. Anders herum gedacht, wäre durch einen tatsächlichen Stoss doch auch aufgeklärt, wer zu wem gehört. Bekommt ein Spieler eine Spritzn, so ist doch auch er aufgeklärt und sein Mitspieler weiss, dass er mit Trümpfen etwas zurückhaltender sein muss.
Ein "Stopp" wird sicherlich nur von einem Gegenspieler ausgesprochen, wenn er auch wirklich einen Stoss überlegt. Ansonsten könnte genau die von Dir geschilderte Situation eintreten, dass der zweite Gegenspieler spritzt, in der Hoffnung, dass seine Trümpfe ausreichen um einen Stich beizusteuern.
Aus dieser Überlegung heraus ist eine Sanktionierung gar nicht erforderlich. Außerdem ist es regelkonform.
Viele Grüße Adam
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Werner Kranwetvogel schrieb am 22.2.2005:
sehr geehrter herr diepold,
wir hatten in unserer gestrigen schafkopf-runde eine schwierige situation, für die ich gerne eine fachmännische regel-auskunft hätte. da ich in der schafkopf-ordnung auf ihrer homepage keine erklärung für unser problem gefunden habe, wende ich mich direkt an sie:
wir hatten ein ruf-spiel, bei dem die eichel-sau gerufen wurde. die ruf-farbe war noch nicht gespielt. der mitspieler mit der eichel-sau war am zuge, da er gerade den 5. stich gemacht hatte. nun hatte er neben der eichel-sau noch 2 weitere eichel auf der hand. da wahrscheinlich war, dass ein anderer spieler frei wäre, wollte er die spiel-sau nicht spielen.
die frage ist nun: darf er in einer solchen situation "davonlaufen"? oder muss er die spiel-sau anspielen?
in der hoffnung, dass sie uns weiterhelfen können verbleibe ich
mit freundlichen grüßen werner kranwetvogel
Antwort: Servus Werner,
die Situation die Du schilderst, wird explizit in unserem Regelwerk in Absatz 2.5.4. geregelt. Dort steht:
2.5.4. Wenn der Mitspieler mindestens vier Karten mit der Ruf-As in der Ruf-Farbe besitzt, kann er davonlaufen (unter der Ruf-As ausspielen), solange die Farbe noch nicht gespielt war und er noch alle vier Farbkarten in der Hand hält.
Mit dem letzten Satz wird alles gesagt. Er kann also nur davonlaufen, wenn er noch alle vier Karten einschließlich Ruf-As in der gleichen Farbe in der Hand hält.
Ich hoffe es ist Dir recht, wenn ich Deine Frage auf unserer Homepage unter "Fragen" reinsetze.
Viele Grüße
Adam
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Sascha Roth schrieb am 31.1.2005:
Hi Adam, Nun hab ich einmal eine Regeltechnische Frage. Ich war vor kurzem auf einem Schafkopf Turnier bei dem der alte Spielen musste, Renonce war dann in dem Fall erlaubt. Nun hatten wir am Tisch den Fall: Der alte musste, er hatte die Schell-und die Grünsau. Kein Eichel. Nun rief er anstatt die Eichelsau den Grünzehner. Den in dem Fall ich hatte. Das Spiel wurde bis zum Ende gespielt und wir gewannen es schneider. Danach gab es ein Riesengeplärre weil die Gegner darauf bestanden das der Alte die Eichelsau hätte rufen müssen. Um weiteres gestreite zu vermeiden haben wir das Spiel für ungültig erklärt und wiederholt. Meine Frage ist jetzt, was wäre hier richtig gewesen ??
Gruß Sascha Roth
Antwort: Servus Sascha, Zwei Dinge sind zu beachten: 1. Man kann bei dieser Konstellation nur die Sau rufen, die man selbst nicht besitzt, also ein Renonce mit der Eichelsau. 2. Bis zum Abheben, was soviel wie Verjährung bedeutet, kann dagegen moniert werden und führt auch zu einer Ungültigkeit des Spiels. Wäre der Einwand erst nach dem Abheben gekommen, so wäre das Spiel gültig gewesen.
Bis Demnächst Adam
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Stefan Bär schrieb am 26.1.2005:
Hallo Herr Merschbacher, als Mitinitiator der Internetseite www.schafkopfrennen.de darf ich Ihnen zuerst einmal ein dickes Lob über Euere Homepage und den damit gewünschten Effekt bei allen Schafkopfspielern aussprechen. Ich bin nicht nur über die vielfältigen Hintergundinfos begeistert, sondern auch von der akribischen und detaillierten Aufmachung.
Ich habe bereits in Mittelfranken mehrere Turniere ausgerichtet und werde als Mitveranstalter und Spielleiter zusammen mit zwei Freunden am Ostermontag,den 28.3.2005 um 14 Uhr in Ansbach ein absolutes Highlight zumindestens im fränkischen Raum durchführen, zu dem ich alle Schafkopffreunde Ihrer Seite und auch alle aus Oberbayern sehr herzlich einlade. Wir veranstalten im Onoldiasaal die 1. Ansbacher Schafkopfmeisterschaft unter Schrimherrschaft des Ansbacher Bürgermeisters und des MDL Herrn Beritschwert.
1. Preis 888 € sowie Pokal der Stadt Ansbach, 2. Preis 444 € sowie ca 250 weitere wertvollste Preis.
Gespielt wird Langes Blatt mit Wenz, Plus / Minus Punkte. Stargeld 12 €, Platz für ca 650 Spieler
Allerdings führen wir eine Regel völlig anders durch, als die in Ihrem Regelwerk unter Punkt 2.2.5 beschrieben ist. Es wird bei uns auch 4 x 2 Karten gegeben, aber vorher wird nicht abgehoben, sondern es muss richtig nachgemischt werden vom Hintermann. Es gibt leider bei uns viele Fingerkünstler, die man landläüfig als Panscher oder Giftmischer bezeichnet. Diese verschaffen sich ausschließlich beim Geben und Abheben erhebliche Vorteile durch vorheriges, sehr ausgeprägtes und verfeinertes Zustecken bestimmter Karten ( vorrangig die 4 Bauern ) und denen wird duch das Nachmischen Ihre Kunst extrem erschwert. Bei Nichteinhaltung bzw. absichtlichen dauerhaften Nichtnachmischen wird notfalls der gesamte Tisch rigoros disqualifiziert, was wir schon mehrmals praktiziert haben. Der Lohn: Es gewinnen immer öfters Otto Normalkartler und der Ruf von großen Schafkopfturnieren, die in den letzten Jahren sehr unter bestimmten Zockern gelitten haben wird langsam aber stetig besser.
Grundsätzlich führen wir auch eine Schwarze Liste mit derzeit 10 gesperrten Spielern. Ich bitte Sie aber einmal über diesen Verbesserungsvorschlag ernsthaft nachzudenken, den wenn flächendeckend nicht mehr abgehoben, sondern nur noch nachgemischt wird, wird sich das Problem mit Panschern von selbst lösen.
In diesem Sinne wünsche ich nun weiterhin viel Spass mit Euerer Seite und verbleibe
mfg Stefan Bär Nürnberg
Antwort: Hallo Stefan,
erst mal vielen Dank für das dicke Lob, das ich aber gleich zurückgeben möchte. Eure Seite ist unter den Schafkopfern die vermutlich Meistfrequentierteste.
Eure Ansbacher Schafkopfmeisterschaft können wir natürlich gerne auf unserer Website als Webplakat vorstellen. Dazu benötige ich die Daten (evtl. mit Bild) im Jpg-Format.
Nun zum Nachmischen. Mittlerweile wird das Nachmischen bei einigen, jedoch nur wenigen, Turnieren praktiziert. Es spricht einiges dafür. Andererseits kann auch jeder Abheber zwei- oder dreimal den Stapel abheben. Aber wir werden zumindest darüber diskutieren.
Die "schwarze Liste" halte ich für absolut wichtig, damit diesen "Banditen" das Handwerk gelegt wird. Man sollte sie aber auch noch durch den Ort, das Datum und die Art des Fehlverhaltens ergänzen, damit diesen Spielern auch argumentativ entgegengetreten werden kann, wenn sie sich zu einem Turnier anmelden möchten. Ich bin sofort dabei.
Vorerst viele Grüße aus München-Feldmoching
Adam
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Helmut schrieb am 21.1.2005:
Servus Adam, meinst nicht dass in deinem Regelwerk der Punkt:
3.4.5. Gibt ein Spieler, der in der Reihenfolge nicht an der Reihe war, so ist selbst ein beendetes Spiel ungültig. Dies gilt nur für das beendete und ein eventuell laufendes Spiel. Vorhergehende Spiele sind gültig, auch wenn die Geberreihenfolge nicht eingehalten wurde.
zu einer Streiterei fuehren kann, wenn ein Spiel bereits beendet ist.
unter : 3.4.1. Durch das Abheben sind alle Fehler, Einwände und Beschwerden aus dem Spiel davor verjährt, mit Ausnahme von absichtlichem Falschspiel! Die Verjährung kann von jedem Spieler, wenn der Abhebende den Kartenstapel abheben möchte unterbrochen werden, durch ein sinngemäßes "Halt".
3.4.4. Einwände gegen das Mischen, Abheben und Karten geben sind sofort, noch ehe die eigenen Karten angeschaut wurden, zu beanstanden.
sind doch klare Regeln in Bezug auf das abheben gemacht. Der Punkt 3.4.5. ist meiner Meinung nach völliger Schmarrn
Gruss Helmut Vom Club mit der Blauen
Antwort von Stefan:
Hallo,
ich finde, Helmut hat recht. So wie es in 3.4.5 steht, ist es ein Schmarrn. Das kann dazu führen, das ein, oder mehrere Spieler sehr wohl wissen, dass ein anderer gerade zu Unrecht gibt. Nun warten Sie aber erstmal ihr Blatt und (!) den Spielverlauf ab, um dann ggf. nach Spielende zu reklamieren und das Spiel wg. Fehler bei der Gebereihenfolge nicht anzuerkennen. (Der Beweis, das dieses Verhalten wiederum rechtsmissbräuchlich ist, kann nicht erbracht werden). Ich denke, jeder muss aufpassen, wer gibt, das ist ok und dazu hat er während des Gebevorgangs des "falschen" Gebers auch ausreiched Zeit, bzw. Gelegenheit zu reklamieren. Sobald alle Karten ausgegeben sind, ist diese Chance aber vorbei und das gegebene Spiel zählt ganz normal. Beim nächsten Mal gibt dann der, der tatsächlich an der Reihe ist. So kenne ich es auch von vielen Turnieren.(Nach einem falsch gegebenen Spiel gibt wieder der, bei dem der Punkt auf der Liste ist) Ich sehe die "Einspruchsfrist" während des Gebevorgangs des falschen Gebers ein bisschen analog der Frist, Laufende zu verlangen, ehe abgehoben ist. Also ein fairer Kompromiss zwischen der Einforderung des tatsächlich Richtigen und einer anschliessenden "Verjährung" im Sinne baldmöglicher Rechtssicherheit.
Viele Grüße, Stefan (Schafkopfschule)
Bemerkung: Die Regel wurde in Punkt 3.4.5. geändert!
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Willi Kraus schrieb am 12.1.2005:
Sehr geehrter Herr Merschbacher,
bei der Durchführung unseres alljährlichen Preisschafkopfes gibt es immer wieder Fragen zu einigen Regeln. Ob es natürlich Regeln sind, weiß ich auch nicht.
Frage 1: Es wird immer wieder gesprochen, wenn man ein Rufspiel spielt, muß mit der einschichtig höchsten Karte gespielt werden. Ist hier die höchste Karten-Farbe gemeint oder die Karte mit den meisten Augen. Zum Beispiel: Man hat den Eichel-König und den Schellen-Zehner. Mit welchem As muß man spielen?
Frage 2: Wenn man bei einem Preisschafkopf einen Solo-Tout spielt, muß man da die 3 laufenden (guten) Ober haben?
Frage 3: Bei uns ist es so, dass bei einem Preischafkopf, wenn bei einer Tischpartie alle weiter haben, der, der den Eichel-Ober hat, ein Rufspiel spielen muß. Wenn er jetzt die 3 As'n (Eichel, Gras und Schellen) selber hat, muß er mit dem Eichel-Zehner ein Rufspiel spielen. Sticht dann der Spielpartner mit dem Eichel-Zehner die Eichel-As oder bleibt die Eichel-As hoch?
Für die Beantwortung der Fragen bin ich Ihnen dankbar. Mit freundlichen Grüßen Willi Kraus
Antwort:
Servus Willi,
überlegt Euch mal, ob es nicht sinnvoll und einfacher wäre, wenn ihr Eure Regeln an das Regelwerk der Schafkopfschule, explizit in Punkt 5 "Turnierordnung" (http://www.schafkopfschule.de/html/schafkopf-ordnung.HTM) anpasst.
Frage 1: Es gibt Sinn, eine Sau zu suchen, in deren Farbe man selbst am wenigsten Karten hat. Konsequenterweise sollte man dann auch, sofern man in zwei Farben jeweils nur eine Karte besitzt, die Farbe wählen, in der man die punktemäßig höchste Karte hat. Hintergrund ist, dass der Gegner von der Spielerpartei Trumpfarm gespielt wird um danach die Ruffarbe mit der hohen Karte nach Hause zu bringen. In Deinem Beispiel würde ich die Schellen-As suchen.
Frage 2: In unserer Regel steht unter 5.2.14 "Ein Solo-Tout wird erst ab 3 Laufenden mit einem As oder einem As mit Zehner in einer Farbe gestattet. Für einen Wenz-Tout sind mindestens 2 laufende Unter oder 3 Unter mit dem Eichel-Unter erforderlich".
Frage 3: Das "Muss-Spiel", sofern der Eichel-Ober spielen muß, auch wenn man diesen nur alleine hat, ist ein völliger Nonsens. Aber wenn es zur Regel gemacht wird, dann übernimmt natürlich die Eichel-As den Stich.
In der Hoffnung, dass ich Deine Fragen beantwortet habe verbleibe ich mit vielen Grüßen Adam
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Gerhard schrieb am 9.1.2005:
Hallo Herr Merschbacher, wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie uns bei folgender Frage mit Ihrer Kenntnis und Erfahrung bei der Auslegung einer Regel weiter helfen könnten:
Situation: Solo-Spieler sagt Farb-Solo an und verbessert sich dann auf Wenz-Solo (alle Spieler waren vorher "weiter"). Es bleibt also beim Solo und beim gleichen Tarif, lediglich die Art des Solo-Spiels wird verändert. Fällt das unter die Rubrik 2.4.10 oder bezieht sich diese Regel nur auf die Unwiderruflichkeit der Spielansage (ob Rufspiel oder Solo)?
Vielen Dank für Ihre Unterstützung im voraus! Mit besten Grüßen aus Höhenkirchen Gerhard, der Eure Seite wirklich interessant und informativ findet ! Danke!
Antwort: Hallo Gerhard,
wie die Regel in 2.4.10 sagt, ist eine Spielansage unwiderruflich. Wird versehentlich ein Solo angesagt so kann das Spiel anschließend nicht in einen Wenz umgetauft werden. Diese Regelauslegung ist ganz klar und eindeutig.
Vielleicht sollte man sich vorher darüber verständigen, ob nach den Regeln gespielt wird oder wie es gerne im privaten Kreis üblich ist, etwas lockerer.
Viele Grüße aus München-Feldmoching Adam
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Barbara schrieb am 6.1.2005:
Liebe Leute, Nach langer Zeit habe ich wieder begonnen Schafkopf zu spielen, mit Nicht-Bayern.... Ich habe im Gedächtnis, dass man weder als Spieler noch als Spieler die Rufsau/-farbe anspielt. Nach den bei Ihnen veröffentlichten Regeln darf, oder soll man es sogar. Können Sie mir kurz was dazu sagen?
Vielen Dank Barbara
Antwort:
Servus Barbara, als Spieler sollte man die Ruf-As deswegen nicht anspielen, da der Spieler meist mehr Trümpfe hat, als der Gegenspieler. Demzufolge wird der Gegenspieler erst "Trumpfarm" gespielt um dann die Ruf-As sicher nach Hause zu bringen.
Der Gegenspieler sollte in jedem Fall die Ruf-As anspielen, damit sein Mitspieler eventuell die Ruf-As stechen kann.
Auf unserer Homepage finden sich unter "Wahrscheinlichkeit" ganz interessante Rechenbeispiele, wie hoch z.B. die Wahrscheinlichkeit ist, daß der Mitspieler die Ruffarbe frei ist.
In der Hoffnung, Deine Frage beantwortet zu haben,
viele Grüße aus München-Feldmoching
Adam
Nachfrage von Barbara: Hallo Adam, danke für die rasche Antwort! Ich verstehe es trotzdem nicht, vielleicht auch weil ich mich schlecht ausgedrückt habe. Also, Der Spielmacher (der gerufen hat) soll also die Ruffarbe nicht anspielen, und der Gerufene aber schon, also mit der As rauskommen (es sei denn er kann "davonlaufen"?)??. Die anderen beiden Spieler wollen es ja sowieso wissen, und würden eh die Farbe anspielen...
Gruss Barbara
Antwort: Servus Barbara, nein, weder der Spieler, noch der Gerufene sollen die Ruf-As anspielen, bzw. ausspielen. Die Ausdrucksweise unterscheidet auf der einen Seite Spieler und Mitspieler (Gerufener) und auf der anderen Seite Gegenspieler und dessen Mitspieler (im Innenverhältnis), der gegenüber der Spielerpartei natürlich auch Gegenspieler ist. Im Großen und Ganzen kennen wir nur die Spielerpartei und die Gegenspielerpartei.
Die Ruf-As soll nur die Gegenspielerpartei suchen.
Ist das so verständlicher? Aber solche Fragen zeigen mir dankenswerterweise, dass ich mich deutlicher ausdrücken muss.
Viele Grüße
Adam
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Schorsch schrieb am 26.12.2004:
Hallo Adam, meine Meinung zu Deiner Stoßfrage: Ist das Spiel nicht beendet, wenn er Stopp sagt, ist doch klar, dass er spritzen möchte und wahrscheinlich einige Trümpfe hat. Es sagt aber nicht aus wie viele und es weiß auch niemand ob er eine Farbe frei ist. Natürlich ist die lange Überlegzeit (2 Min.) und der blöde Komentar Nicht die feine englische!. P.S. Die Seite finde ich toll!!!! Kein Schnickschnack und viele Infos. Weiter so! Übrigens: Ich spielte mal ein Turnier vom Schafkopfklub Bayern, da gab es etwas andere Turnierregeln, wie Spritz erlaubt, 2* abheben, Reuegeld, 5 Runden a 20 Spiele. Mit Punktwertung für den 1., 2., 3., 4. Fand ich sehr gut, aber weiss die Punkteverteilung nicht mehr! Kennst Du das auch? Wenn ja könntest mir dann bitte weiterhelfen? Besten Dank im voraus. m.f.G. Schorsch Grundl (Grafing)
Antwort: Hallo Schorsch,
Zu Deiner Turnierfrage des Bayerischen Schafkopfclubs. Folgende Besonderheiten gelten dort bei den meisten Turnieren:
Spritze (ohne Retour) ist erlaubt und verdoppelt die jeweiligen Punktezahl (z.B. Solo: 12 statt 6 Punkte). Es wird nicht abgehoben, sondern nachgemischt. Reuegeld ist gleichbedeutend mit einem Stock. Wenn alle weiter sagen, wird ein Strich auf der Liste (oben außerhalb der Tabelle) angebracht und am Schluß bezahlt jeder Spieler pro Strich und Runde einen bestimmten Tarif (meist 20 Cent) in einen Topf, der gesondert ausgeschüttet wird. Danach gibt der gleiche Geber noch einmal. Es gibt für jeden Spieler zusätzliche Tischpunkte. Dies sind: 40 Punkte für den Sieger, 30 Punkte für den Zweiten, 20 Punkte für den Vorletzten und immerhin noch 10 Punkte für den Letzten.
Viele Grüße aus München-Feldmoching Adam
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Hannes schrieb am 4.12.2004:
Hallo ich habe eure Diskussion bei den Fragen auf eurer Homepage verfolgt: 7 laufende und Schelln As und der Spieler spielt Eichel-Tout. Und deine Meinung ist, dass man zum Solo immer die Trumpffarbe haben muss. Meine Meinung: Was ist beim Tout mit 8 Laufenden? Mann kann ihn taufen wie man will, und man kann nie eine Farbe haben. Besonderes Problem beim kurzen: Man hat 3 Ober und 3 Unter (ohne Alten) haben und könnte nach deiner Regelung kein Solo spielen, weil man keine Trumpffarbe benennen kann. Ärgerlich! Deswegen sollte man nicht soviel Regelungen aufstellen, denn eine vernünftige Schafkopfpartie macht ihre Regelungen vor dem ersten Spiel aus. Ansonsten super Seite Hannes
Antwort: Hallo Hannes, vielen Dank für Deine Mail.
Bisher gab es bei den meisten Turnieren keinen "Sie". Das ist natürlich falsch. Man kann dem Schafkopfen nicht einfach die Krönung nehmen und einen "Sie" genauso werten wie einen Tout, der ja vielleicht mit 2 Wenzen nicht gleichwertig sein kann.
Zum anderen kennt der reine Schafkopf keine kurze Karte und keinen Dreier, weshalb dies nicht berücksichtigt werden braucht.
Alleine die Tatsache, daß über dieses Thema so viel diskutiert wird, zeigt doch dass es geregelt werden muss. Egal ob so oder so, entscheidend ist, daß es geregelt wird.
Am Sonntag den 28. November fand das diesjährige TZ-Turnier statt. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie viele Regelentscheidungen getroffen werden mußten, die je nach Aufsicht mehr oder weniger logisch begründet waren. Stell Dir einfach vor, dass diese Situation eingetreten wäre. Jede Aufsicht und jeder Tisch hätte das anders gesehen.
Aber ich finde es gut, wenn wir darüber reden. Auf diesem Weg wird die Notwendigkeit dieses Regelwerkes immer deutlicher.
Viele Grüße aus München-Feldmoching
Adam
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Lottie schrieb am 30.11.2004:
Liebe Schafkopfschule! Erst einmal muss ich sagen, dass ich sehr begeistert von ihrer informativen und vollständigen Schafkopfseite bin. Ich habe allerdings noch eine Unklarheit: In der Rubrik Spielanleitung/Reiner Schafkopf steht dass bei einem Tout Laufende verdoppelt/ kassiert werden dafür Schneider/ Schwarz nicht. Aus der Rubrik Regeln geht jedoch klar hervor dass Schneider/ Schwarz auch verdoppelt wird und Laufende nicht bezahlt werden. Ich tippe mal darauf das die Regeln korrekt sind, wollt aber nur nochmal sichergehen. Gruß aus dem Würmtal Lottie
Antwort:
Hallo Lottie,
natürlich hast Du Recht. Beim Schreiben wurden offensichtlich die Tarife vertauscht. Vielen Dank. Wird sofort geändert.
Viele Grüße aus München-Feldmoching Adam
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Helmut vom Schafkopfbladl schrieb am 18.11.2004:
Bei einem Turnier bei dem eine Spritze erlaubt war dachte ein Spieler darüber nach zu spritzen. Er tat es dann nicht. Daraufhin bekam er von einem der anderen Spieler eine Spritze (es wurde ein Solo gespielt) die nicht mehr anerkannt wurde. Der Spieler der die Spritze nicht mehr geben durfte hatte drei sichere Trumpfstiche auf der Hand da er den Alten den Roten und den Alten-Unter incl. Trumpf-Sieben hatte. Hätte die Spritze nicht doch gelten müssen?
Gruß Helmut vom Schafkopfbladl
Antwort: Hallo Helmut,
die Entscheidung würde ich davon abhängig machen wann die zweite Spritze gegeben wurde. Die erste "überlegte" Spritze wurde ja nicht gegeben und ist damit hinfällig. Wurde die zweite Spritze innerhalb der Überlegungsfrist, also so lange nur eine Karte herausgelegt wurde gegeben, so wäre sie gültig. Danach nicht.
Diese Situation zeigt ganz deutlich, wie wichtig ein einheitliches Regelwerk ist, das auch Sanktionen und Grenzfälle regelt.
Viele Grüße aus München-Feldmoching
Adam
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Alois vom Schloß Miltach schrieb am 17.11.2004:
Habe die Ehre, Adam,
ich bzw. wir akzeptieren natürlich auch andere Meinungen.
Das Thema müssen wir auch nicht zu hoch bewerten, da der betreffende Fall äußerst selten vorkommt und sich der Solo-Ansager immer selber schwächt.
Nur: Wir finden, dass der originelle Schafkopf nicht nur trotz, sondern WEGEN seiner Regeln so genial ist. Wir hier (und das kannst Du mir glauben: Hier wird ein verdammt guter Schafkopf gespielt) sind der Meinung, dass man dem Solo-Ansager überlassen sollte, wie er seinen Solo tauft. Es wird dadurch weder Spiel noch Gegner irgendwie beeinflusst. Dass es natürlich im Grunde ein "Schmarrn" ist, sich selber zu schwächen, hat jedenfalls keine regeltechnische Bedeutung. Und wenn einer meint, er müsse sich schwächen - warum nicht?
Es geht ja weiter: Wieso verbietet man dann nicht einem Mitspieler, Kontra zu geben, wenn er die Trumpffarbe nicht mit hat?
Summa summarum: Jede uns bekannte Schafkopf-Spielregel hat einen plausiblen spieltechnischen Grund - die erwähnte absolut nicht. Sie ist aus unserer Sicht eine völlig unnötige NEU-Regelung.
Blablabla... Hin oder her: Die Hauptsache für uns ist, dass Ihr das Achterblatt ohne den ganzen Firlefanz (wie in meiner ersten Mail schon festgehalten) pflegt.
Ich wünsche Euch weiterhin viel Spaß mit dem "Spiel der Spiele". Wir nennen es ja schon "Sport" ;-) und haben bei allem Respekt der Tradition gegenüber auch höllischen Spaß dabei (trotz "heftiger Tarife": 25/50 bzw. 50/100 mit "Kreuzdoppeln", Wenz ab zwei, Laufende bei Solo/Rufspiel ab drei. Ich weiß, da könnte man auch wieder diskutieren. Ihr bewertet das "Alleinspiel" höher, wir das Rufspiel...).
Alles Gute und viele Grüße aus Miltach
Alois, hierzulande "Boda" genannt
Antwort: Servus Alois,
vielen Dank für Deine Meinung, zu der ich gerne Stellung nehme.
Zum Thema Solo taufen mit, oder ohne Farbkarte. Dieses Thema beschäftigt mich mittlerweile seit dem Zeitpunkt, als die Frage an die Schafkopfschule herangetragen wurde. In der Zwischenzeit habe ich mit mindestens 100 Leuten darüber diskutiert.
Mein Ergebnis:
Die Älteren darunter haben allesamt kategorisch erklärt, dass man mindestens eine Trumpfkarte in der angesagten Farbe benötigt ("alles andere is a Schmarr`n"). Unter den jüngeren herrschte eher eine gespaltene Meinung, mit dem Tenor "warum nicht?". Etwa die Hälfte konnte sich jeweils ein Solo mit oder ohne vorstellen. Insgesamt würde ich sagen, dass die Mehrzahl (vielleicht 70%) für die Regelung war, die in das Regelwerk eingeflossen ist.
Was mich persönlich überzeugt hat war, dass es keinen vernünftigen und plausiblen Grund dafür gibt, ein Solo in einer Farbe zu taufen, in der man keine einzige Karte besitzt. Alle Gegenargumente waren deutlich einleuchtender.
Hinzu kommt, dass diese Situation genau das Problem des Schafkopfens aufzeigt. Solange jeder etwas anderes als richtig erachtet (zumindest sind die Meinungen in dieser Frage gespalten) lässt sich das Schafkopfspiel nicht überzeugend an kritische und neugierige junge Menschen vermitteln.
Natürlich soll dieses Regelwerk kein starres Gebilde bleiben. Es ist absolut gewollt, dass es im Laufe der Zeit ergänzt und verbessert wird. Entscheidend ist, dass es erst einmal akzeptiert wird.
Viele Grüße aus München-Feldmoching
und ich hoffe, dass wir in Kontakt bleiben
Adam
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J. Windstoßer schrieb am 14.9.2004:
Was verstehen Sie, wenn ein Mitspieler vorzeitig die Äußerung macht, "Ich würde" als zweiter Spieler von dreien. Wir konnten uns nicht einigen da Spieler eins Spieler zwei den Vortritt lies da er glaubte Spieler zwei würde durch diese Äußerung spielen.
Nun behauptet Spieler eins, daß er durch die Äußerung "Ich würde" nicht meinte das er spielt. Jedoch wollte er nur keine Spritze kassieren.
Bitte um Antwort schnellstmöglich da es um 50L Bier geht.
Mit freundlichen Grüßen
J. Windstoßer
Antwort: Hallo J. Windstoßer,
Es kommt häufig vor, daß ein Spieler eine Spielansage macht, obwohl er noch nicht an der Reihe wäre.
Das ist insofern nebensächlich, da die Reihen- (Uhrzeigersinn) und Rangfolge (Solo vor Wenz) geregelt ist und zuerst der Spieler nach dem Geber dran wäre.
In Eurem Fall geht es jedoch um die Erklärung "Ich würde", die eine klare Spielansage darstellt.
Läßt Spieler "Eins", obwohl er auch ein Spiel hätte, Spieler "Zwei" den Vortritt, der noch gar nicht an der Reihe gewesen wäre, so entscheidet Spieler "Eins", daß Spieler "Zwei" ein gültige Spielerklärung abgegeben hat, an die er gebunden ist.
Wen Du meine Antwort verstehst, dann habe ich Deine Frage richtig verstanden!
Viele Grüße aus München-Feldmoching und trinkt`s a Maß für mi mit!
Adam
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Gerd schrieb am 24.8.2004:
Hallo eine für uns knifflige Frage! Ich habe 7 Laufende und die Schellen Sau---Kann ich ein Eichel Solo Tout spielen??? Komme selbst Raus!!
Im normalfall spielt keiner ein Solo ohne die angesagte Farbe zu haben und wäre ja selbst Schuld den anderen die Trümpfe zu "schencken". In diesem Fall würde ich aber evtl einen Stoß provozieren.
Gibt es eine Regel die besagt das mann die Farbe auch haben muß die man ansagt??
Vielen Dank und viele Grüße Gerd
Antwort: Hallo Gerd,
gratuliere zu Deinem Tout!
Aber Du mußt schon die Farbe haben, in die Du Dein Spiel taufst.
Das ergibt sich aus der Regel eindeutig. Nehmen wir das Rufspiel zum Beispiel. Sobald Du alle Asse selbst hast, bist Du gesperrt. Sonst könntest Du ja auch jederzeit eine Sau rufen, die Dir angenehm wäre und die Dich, da frei, zum Stechen kommen läßt.
Das ganze hängt beim Schafkopfen auch mit der Bedienpflicht zusammen. Aber mir ist noch nicht ganz klar, weshalb ein Mitspieler einen Stoß geben soll, wenn Du Ausspieler bist und er maximal sieben Trümpfe besitzen kann, da er auch dann noch nicht zum Stechen käme. Es sei denn Du hättest nur 6 Trümpfe und vielleicht zwei Asse oder dazu Ass/Zehner. Damit macht man zwar Touts kaputt, aber spritzen?
Also zumindest einmal mußt Du die Farbe schon haben.
Viele Grüße auch München-Feldmoching
Adam
Anmerkung: Diese Regelung wird in das neue Regelwerk der Schafkopfschule aufgenommen. Diskussionen in der Folgezeit ergaben, dass alle älteren und erfahrenen Schafkopfspieler das ganz klar und deutlich wie ich sehen. Jüngere waren vereinzelt durchaus der Meinung, man könne auch ein Solo in einer Farbe spielen, die man selbst nicht hat. Viele waren auch der Meinung, man hat das deshalb nicht geregelt, weil niemand so etwas tun würde.
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Jörg Lang schrieb am 14.7.2004:
Sehr geehrte Damen und Herren, vielleicht können Sie mir helfen. Ich bin mit meinem Latein am Ende und sie sind meine letzte Hoffnung diesen Streitfall zu lösen:
Folgende Situation beim gestrigen Schafkopf:
Spieler 1 sagt: "Ich spiele" Spieler 2 sagt: "Ich spiele auch" Spieler 1 sagt: "Dann spiele du" Spieler 2 spielt Wenz (und verliert natürlich).
Problem: Spieler 1 war für ein Sauspiel gesperrt!
Frage: Hätte Spieler 1 ansagen müssen, dass er mindestens einen Wenz spielt und somit selbst spielen müssen oder kann er bluffen und Spieler 2 tatsächlich das Spiel überlassen?
So dachten alle Spieler, dass Spieler 1 ein Rufspiel hatte (eine Farbe ohne Sau), doch er war ja gesperrt und hatte somit kein Sauspiel. Dann hätte er auch nicht "Dann spiele du" sagen dürfen.
Wie ist genau die Strafregelung?
Vielen Dank für Ihre Hilfe schon mal vorab.
Freundliche Grüsse,
Jörg Lang
Antwort: Hallo Jörg, Dein Problem lässt sich eindeutig beantworten:
1. In dem Moment, in dem ein nachfolgender Spieler erklärt, daß er auch spielen möchte, ist Spieler 1 nicht mehr an seine "Spielerklärung" gebunden.
2. Im Gegenteil! Spieler Nr. 1 kann nun pokern. Hat er beispielsweise selbst einen Wenz - unter Umständen noch zusätzlich zwei Ober - so kann sich für ihn eine ganz neue Situation, mit der Erkenntnis, ergeben:
"Wenn ich selbst einen Wenz spiele, bin ich etwas schwach. Spielt Spieler 2 ein Solo, komme ich ohnehin nicht zur Spielanmeldung. Also mache ich lieber Spieler 2 den Wenz kaputt und gebe eventuell sogar noch eine Spritz`n.”
Spieler 1 hat sich vollkommen Regelkonform verhalten. Aber a Hund is` er scho!
Viele Grüße aus
München-Feldmoching
Adam
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